GALERIE PARROTTA KÖLN
COLLABORATIONS: 6. FEBRUAR – 27. MÄRZ 2026
OPENING: 6. FEBRUAR, 18 UHR, EINFÜHRUNG IN DIE AUSSTELLUNG IM GESPRÄCH MIT DEM KÜNSTLER 18.30 UHR
Die Galerie Parrotta Contemporary Art zeigt ab dem 6. Februar bis zum 28. März 2026 Arbeiten des Fotografen und Medienkünstlers Stephan Reusse parallel an ihren Standorten in Köln und Burg Lede in Bonn. Die zweiteilige Ausstellung stellt dabei zwei zentrale Werklinien seines umfangreichen Schaffens in den Fokus: die konzeptuelle Porträtserie Collaborations in Köln und die thermografischen Arbeiten in Bonn. Beide Werkgruppen sind Teil eines multimedialen Œuvres, das seit Jahrzehnten an den Bedingungen, Möglichkeiten und Grenzen fotografischer Bildproduktion arbeitet.
COLLABORATIONS – KÖLN
Sein Interesse gilt der Fotografie nicht nur als Abbild, sondern als technisches Verfahren, das in performativen und relationalen Prozessen Bedeutung erzeugt und Übergänge zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, An- und Abwesenheit eröffnet. Die performative Dimension kehrt Stephan Reusse nicht nur vor der Kamera heraus, sondern zuweilen auch im Entwicklungsprozess der Fotografie selbst. Hierzu betrat er zu Beginn der 80er Jahre selbst internationale Bühnen der Performance Art. So ließ er Klassiker der Fotogeschichte oder lebensgroße Fotografien von Elefanten und Giraffen aus seiner „Deutschland-Safari“, die zuvor in einem komplexen chemischen Verfahren zum Verschwinden gebracht worden waren, vor Publikum wieder sichtbar werden, indem er auf einer hohen Leiter stehend die großformatigen Bilder mit Hilfe eines Eimers und eines Besens hervorschrubbte.
Die „Magie“ des analogen fototechnischen Verfahrens wir hier nicht ohne Ironie in Limbo zwischen didaktischem Theater, Tier- und Zaubershow inszeniert. Eines der frühen Porträts aus der Werkgruppe der Collaborations entstand gemeinsam mit Joseph Beuys. Im Einklang mit dessen eigenem Verständnis der rituellen und transformativen Dimension des Materials entwickelte Stephan Reusse das Porträt von Joseph Beuys durch Verwendung von Harn. In den Collaborations gestaltet sich die gemeinsame Arbeit am Porträt situativ und im Austausch mit den Porträtierten, die sich in gezielter Selbstinszenierung, aber auch durch künstlerische materielle Zutaten, etwa durch Acrylfarbe im Falle von Leon Golub oder Blut im Falle von Herman Nitsch selbst einbringen. So wird die Fotografie zu einem Medium der Begegnung, der Spurensuche und der Reflexion über Präsenz, Identität und Autorschaft. John Baldessari, dessen Schüler Stephan Reusse zeitweise war, setzt den Punkt – sein Markenzeichen – auf das eigene Gesicht, um den Blick vom Abgebildeten auf den Akt des Sehens selbst zu richten. Wenn sich Stephan Reusse Baldessaris Scharfsinn, seiner Ironie und dem Crossover verschiedener Disziplinen sicherlich in besonderem Maße verbunden fühlt, so scheint er doch jedem Künstler und jeder Künstlerin mit einem tiefen Verständnis des jeweiligen Schaffens und einer großen Offenheit und gleichzeitigen Zurückhaltung zu begegnen. Um solchermaßen charakteristische Porträts als präzise Bedeutungsräume sich entwickeln zu lassen, tritt Stephan Reusse in einen kommunikativen Prozesses, der sich fotografisch manifestiert und in dem die Kamera selbst der Katalysator ist.
STEPHAN REUSSE – COLLABORATIONS
GALERIE PARROTTA COLOGNE
COLLABORATIONS: FEBRUARY 6. – MARCH 27, 2026
OPENING: FEBRUARY 6TH, 6 – 9 PM, INTRODUCTION IN CONVERSATION WITH THE ARTIST 6:30 PM
Parrotta Contemporary Art Gallery will present works by photographer and media artist Stephan Reusse from February 6 to March 28, 2026, simultaneously at its locations in Cologne and at Burg Lede in Bonn.
The two-part exhibition focuses on two central strands of his extensive body of work: the conceptual portrait series Collaborations in Cologne and the thermographic works in Bonn. Both groups of works are part of a multimedia oeuvre that has, for decades, explored the conditions, possibilities, and limits of photographic image production.