Gallery Cologne 28.03.–16.05.25
Gallery Cologne
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PIETER LAURENS MOL
TIMORIA TIME

GALERIE KÖLN 28.3. – 16.5.2025
ERÖFFNUNG FREITAG 28. MÄRZ 2025, 18 – 21 UHR
Einführung in die Ausstellung im Dialog mit dem Künstler um 19.30 Uhr

Der Titel der Ausstellung leitet sich von der zentralen Arbeit Mols ab: „Timoria (The Third Moon of Mars)“ von 1999. Mars, der römische Kriegsgott, dessen Kult in vielen Gegenden mit dem Gedeih der Vegetation verbunden war, dem der März und der rote Planet Mars geweiht ist, steht im Zentrum dieser künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Krieg. Seit Menschengedenken werden alle gängigen Metalle mit den Planeten in Verbindung gebracht. Mars wird das Eisen zugeordnet, das gleichermaßen in der Landwirtschaft als Werkzeug, wie militärisch als Waffe eingesetzt wird und das Leitprinzip dieser Ausstellung bildet. Das Zitat Jesaja 2,4 „Schwerter zu Pflugscharen“ drückte in den 80er Jahren das Ziel des Völkerfriedens durch weltweite Abrüstung aus und beschreibt zugleich die Ambivalenz des Mars. Als Planet wird Mars von zwei Monden begleitet, ihre Namen Phobos (Angst) und Deimos (Schrecken) gehen auf die beiden Söhne von Mars und Venus zurück. Sie wurden erst im 19. Jahrhundert entdeckt, was an ihrer vergleichsweise geringen Größe liegt. Auch sind sie nicht rund, sondern eher wie Kartoffeln geformt. Pieter Laurens Mol, ein geradezu alchemistisch arbeitender Künstler materieller und sprachlicher Transformationsprozesse, gibt einem auf dem Feld gefundenen Markasiten den Namen Timoria (Rache) und bezeichnet ihn als dritten Mond des Mars und erschafft damit ein weiteres (fiktives) Kind des Kriegsgottes. Dass „Timoria (The Third Moon of Mars)“, möglicherweise ein Asteroid, in seiner Gestalt einer Rübe ähnelt und auf einem rostigen Eisensockel platziert wird, verbindet die Paradoxie des Duchampschen Readymades mit der niederländischen Landschaftsmalerei, die im Werk von Pieter Laurens Mol im Hintergrund stets als Folie mitgedacht werden kann. So beschreibt er seine Arbeit „The Third Martial Landscape“ aus rostigem Stahl, die einen Hafen zeigt, gesehen durch ein Bullauge in rostrotem Stahl mit zwei Simsen, die das Bild in den Raum erweitern wie folgt: „Die Sprache, die die Materialien sprechen, ist eindeutig: Stahlblech mit oxidierter Hülle, eine Stahlkugel, eine rostfarbene Fotografie eines Hafens im schottischen Aberdour sowie zwei Einmachgläser, von denen eines Rostkügelchen mit Eisenoxidstaub und das andere flauschige Distelsamen enthält.“  Aus der Perspektive eines Seefahrers beschreibt Mol weiter: „Auf dem Stahlregal mit den 9 Löchern (der magischen Zahl des Mars) steht direkt vor mir ein letzter „Gewaltglobus“ in Form einer Stahlkugel. Gut, dass wir hier verschnaufen können, jetzt, wo wir fast unser ganzes Pulver verschossen haben… Notfalls können wir unseren Feinden immer noch Eisenoxidstaub in die Augen werfen oder die Distelsamen benutzen, um ein natürliches Minenfeld zu schaffen, um uns zu verteidigen.“ Es ist kaum möglich, sich der kriegerischen Verfasstheit unserer eigenen Lebenswirklichkeit zu entziehen. Pieter Laurens Mol sucht Antworten auf Fragen nach einem diffizilen Ausgleich der Elemente, die unser Innerstes berühren und Konstellationen auf allen Beziehungsebenen betreffen –  in der Mythologie und im extraterrestischen Raum, in dem wir eingebettet sind.