Joscha Bender, Arpad Dobriban, Martine Feipel & Jean Bechameil, Anna Jermolaeva, Isabell Kamp, Kim-Camille Kreuz, Yann Mingard, Stephan Reusse, Lois Weinberger
Gallery Cologne 05.06.–14.08.26

Eröffnungen
Köln Fr. 5. Juni 2026, 18 Uhr
Bonn: So. 7. Juni 2026, 15 Uhr

Die Ausstellung versammelt Werke von neun Künstlerinnen und Künstlern, die sich in Auseinandersetzung mit der Pflanzenwelt zugleich mit der Spannung zwischen Zerstörung und Neubeginn, Vergänglichkeit und Widerstandskraft, Wachstum und Starre auseinandersetzen. Schönheit und Vergänglichkeit, Liebe und Tod – kein Lebewesen verkörpert diese Ambivalenz mehr als die Blume. Im Zentrum steht die florale Installation von Anna Jermolaeva – ein Werk, das die Blume nicht nur als ästhetisches, sondern als politisches und symbolisches Motiv begreift. Ihre Blumen sind Überlebenskünstlerinnen, stiller Protest und Hoffnung zugleich. Die Angst, eine ungebändigte Natur drohe, uns zu überwuchern, unsere Ordnung zu stören und mit Unübersichtlichkeit zu konfrontieren, führt zu einem erbitterten Kampf gegen den Wildwuchs. Lois Weinberger, der als Pionier einer poetischen Ökologie gilt, hinterfragt in seiner „Poetik des Ruderalen“ den Umgang mit „Unkraut“ und stellt überkommene Hierarchien zwischen Natur und Kultur infrage. Die Skulpturen von Feipel & Bechameil bewegen sich zwischen utopischem Design und funktionaler Skulptur – sie eröffnen mit ihrer Außenplastik „Moon in the Tree“ einen Raum für kollektive Erfahrung und Reflexion, die sich auf kippende Idealvorstellungen der Moderne beziehen. Im Spannungsfeld zwischen pflanzlicher Struktur und menschlichem Körperfragment stehen auch die fragilen keramischen Objekte von Isabell Kamp, die durch die transformativen Kräfte des Feuers entstehen und einen Raum zwischen Realität und Imagination einnehmen, der dem Traum vorbehalten ist. Die Fotografie von Blumen gehört zu den ältesten und zugleich symbolisch aufgeladensten Bildthemen der Fotografie. Auch Stephan Reusses Piss Flowers stehen in dieser Tradition, die seit der Pionierzeit zwischen Systematik und Erotik, Naturbeobachtung und Materialstudie oszilliert. In einem chemischen Reaktivierungsprozess wird das Silber der Fotografie zunächst in ein unsichtbares Halogensilber überführt und anschließend bei Tageslicht als Natriumsilberbild mit Hilfe von Harn reaktiviert. Blumen erscheinen hier nicht nur als dekoratives Motiv, sondern als Träger des Vanitas-Gedankens – zwischen Aufblühen, Vergehen und dem Sichtbarmachen des Unsichtbaren. Yann Mignards umfangreiche Fotoprojekte in deren Zentrum Neophyten (ortsfremde Pflanzen) stehen, beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Themen im Spektrum von Technologie, Ökologie und Machtstrukturen. Ausgangspunkt des fotografischen Archivs von Kim-Camille Kreuz sind kleinste pflanzliche wie tierische Fragmente, Staub und zufällige Partikel, die sich in einem großen Spinnennetz vor einer Grotte im elterlichen Garten in Südfrankreich verfangen haben. Natur wird in Joscha Benders bildhauerischen Arbeit „Chasing Girls“ zu einem zurückzuerobernden Paradies, das zuweilen als Kulisse einer sportlichen Praxis der Selbstoptimierung dient. Natur erscheint in diesem Zusammenhang nicht nur als Hintergrund, sondern als gestalteter Raum, der zwischen Ideal und Aneignung oszilliert. Sie wird zur Projektionsfläche einer somatischen Praxis, in der Körper, Bewegung und Selbstoptimierung miteinander verschränkt sind. Pflanzen als Vermittlerinnen zwischen Sonne und Erde, als Grundlage nahezu aller irdischen Lebensprozesse spielen im Werk von Arpad Dobribaneine essentielle Rolle. Nahrung ist in pflanzlicher Materie gespeicherte Sonnenenergie. Essen bedeutet, diese Energie aufzunehmen und umzuwandeln durch Verbrennungsprozesse. Am Anfang der Zivilisation steht das Feuer. Es hat im Kochen als kontrollierte Hitze unsere Evolution gelenkt und mit dem Brennen von Ton erste Infrastrukturen der Sesshaftigkeit gelegt. Das Zubereiten, Lagern und Teilen als kulturelle und gleichzeitig politische Praxis hin zu stabilen Formen des Zusammenlebens sind dem Feuer geschuldet. Mit seinem Geschmacksarchiv verwahrt Dobriban Nahrungsmittel, die durch eine traditionelle, lange und komplexe Bearbeitung haltbar gemacht und in einfache Formen gepresst oder gegossen worden sind. Ihre Wirkstoffe reaktiviert Dobriban in kollektiven Performances, auf Burg Lede am Sonntag, 21. Juni, 18 Uhr

„Feuer Wasser Erde Luft “ als eine kommentierte Speisefolge über das Zähmen der Elemente und wie wir über unsere Ernährung mit ihnen verbunden sind.

Anna Jermolaewa
Anna Jermolaewa ist eine zeitgenössische Künstlerin russisch-österreichischer Herkunft, bekannt für ihre konzeptuellen Arbeiten in den Bereichen Video, Fotografie, Installation und Performance. Geboren 1970 in Leningrad (heute St. Petersburg), emigrierte sie 1989 nach Österreich, wo sie später an der Universität für angewandte Kunst in Wien studierte. Ihre künstlerische Praxis ist stark politisch und gesellschaftskritisch geprägt. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Machtstrukturen, Ideologie, individueller Freiheit und Erinnerungskultur – oft mit einem feinsinnigen Humor und einer poetischen Bildsprache. Dabei reflektiert sie auch ihre eigene Biografie zwischen Ost und West, Flucht und Integration.

In The Penultimate zeigt Anna Jermolaewa eine Reihe von Blumen‑ und Pflanzenarrangements, bei denen jede Art als stilles Symbol für eine sogenannte „Farbrevolution“ und den gewaltfreien Widerstand gegen autoritäre Regime steht. Diese Installation verknüpft historische Protestbewegungen mit der politischen Gegenwart und verweist auf das, was despotische Machthaber am meisten fürchten: einen Wandel, der vom Volk ausgeht.

Jermolaevas Werke sind international ausgestellt, unter anderem auf der Biennale di Venezia 2024 für den österreichischen Pavillon oder im MUMOK in Wien.

Yann Mingard
Yann Mingard ist ein Schweizer Fotograf, der für seine konzeptuellen und dokumentarischen Arbeiten bekannt ist. Seine Fotoprojekte beschäftigen sich oft mit gesellschaftlich relevanten Themen wie Technologie, Umwelt, Machtstrukturen und den Grenzen menschlichen Handelns. Indociles (Ungelehrige) heißt eine fotografische Serie über sogenannte „eingeschleppte“ Pflanzen, die im Grenzbereich – zwischen Natur und Industrie, zwischen Leben und Verfall existieren und oft als „invasiv“, „fremd“ oder „schädlich“ bezeichnet und verurteilt werden, obwohl sie nur tun, was alle Lebewesen tun: überleben, sich anpassen. Yann Mingard zeigt diese Pflanzen nicht als Bedrohung, sondern als Zeugen einer Zukunft im Entstehen. In ihren Wurzeln und ihrem Wachsen erkennt er nicht nur Zerstörung, sondern auch Hoffnung: Natur ist nicht im Vergehen, sondern im Werden. Die Serie Indocileszeigt Pflanzen, die dort wachsen, wo alles lebensfeindlich scheint – in Ritzen, neben Autobahnen, auf verseuchten Böden. Sie gedeihen in toxischen Landschaften, nehmen Schwermetalle auf und produzieren Sauerstoff – still und unaufhaltsam.

Yann Mingard (*1973) ist ein Schweizer Fotograf, der nach einer Ausbildung zum Landschaftsgärtner an der École des Beaux-Arts in Genf und der École de Photographie in Vevey eine international beachtete künstlerische Laufbahn entwickelt hat. Seine fotografischen Langzeitprojekte wie Deposit wurden u. a. imFotomuseum Winterthur und im Museum Folkwang Essen präsentiert, und sein jüngeres Werk Everything is up in the air, thus our vertigo zeigte er in Einzelausstellungen am Musée de l’Elysée in Lausanne und weiteren internationalen Galerien.

Lois Weinberger
Pflanzen stehen im Werk von Lois Weinberger im Mittelpunkt eines Diskurses über das Verhältnis zwischen Natur und Gesellschaft. Doch mit seiner „Poetik des Ruderalen“ – von Pflanzen, die in Brachlandschaft wachsen – steht Weinberger der klassischen Gartenkunst diametral gegenüber. Entgegen einer anthropozentrischen Vorstellung einer „ursprünglichen Natur“ und „gegen die Ästhetik des Reinen und Wahren, gegen ordnende Kräfte“, wie er sagt, interessiert Weinberger gerade der herangewehte Wildwuchs. Die fotografische Arbeit „Brennen und Gehen“ vom Anton-Neumayer-Platz in Salzburg, die im Rahmen des Festspiel-Sommers 1993 entstand, zeigt einen aufgebrochenen asphaltierten Platz. „Ein Raum für Ruderale, ein Objekt, dessen “Inhalt” sich in ständig wechselndem Zustand befindet. Von Passanten über die Absperrung geworfene Abfälle, Verpackungsmaterialien, etc. mussten nicht entfernt werden, da sie als integrierter Bestandteil der Arbeit – der Zeit – gesehen wurden. Innerhalb des Aspektes der Skulptur bildete die Arbeit einen Raum für heimische Pflanzen und Neophyten – aus Kulturen verwilderter, nicht heimischer Pflanzen – welche sich anzusiedeln vermochten. Eine Arbeit gegen die Ästhetik des Reinen und Wahren, gegen ordnende Kräfte.“

Martine Feipel &Jean Bechameil
Moon in the Tree ist sowohl eine Skulptur als auch ein funktionales Werk, das dazu einlädt, sich daraufzusetzen und sich darum zu versammeln. Es ermutigt dazu, ein Gefühl von Zusammengehörigkeit neu zu entdecken und regt zu einem poetischeren Blick auf den Alltag an. Inspiriert vom Gedankengut und der Geometrie modernistischer Bewegungen bedient sich das Werk eines Vokabulars, in dem jede Form eine andere Figur in einer auf geometrischer Abstraktion basierenden Formensprache ist. Martine Feipel und Jean Bechameil führen mit dieser Skulptur die Idee fort, dass ein Kunstwerk zugleich ein Gebrauchsgegenstand sein sollte. Das Werk nimmt einen ambivalenten Status ein – zwischen Skulptur und Möbelstück, zwischen Utopie und Funktionalität.

Stephan Reusse
Piss Flower
Die Fotografie von Blumen gehört zu den ältesten und zugleich symbolisch aufgeladensten Bildthemen der Fotografie. Auch Stephan Reusses Piss Flowers stehen in dieser Tradition, die seit der Pionierzeit zwischen Systematik und Erotik, Naturbeobachtung und Materialstudie oszilliert. Schönheit und Vergänglichkeit, Liebe und Tod – kein Lebewesen findet in der Symbolik häufiger Verwendung als die Blume. In einem chemischen Reaktivierungsprozess wird das Silber der Fotografie zunächst in ein unsichtbares Halogensilber überführt und anschließend bei Tageslicht als Natriumsilberbild mit Hilfe von Harn reaktiviert. Dieses Verfahren transformiert die Fotografie durch einen malerischen Gestus des Auswaschens teils performativ, teils prozessual. Blumen erscheinen hier nicht nur als dekoratives Motiv, sondern als Träger des Vanitas-Gedankens – zwischen Aufblühen, Vergehen und dem Sichtbarmachen des Unsichtbaren. Reusse nimmt mit seinen Poppies Bezug auf Andy Warhols „Oxidation Paintings“, die zwischen 1977 und 1978 durch Urinieren oder das gezielte Gießen von Urin auf mit Kupferfarbe bestrichene Leinwände durch Oxidationsprozesse entstanden sind und verknüpft sie mit Warhols Flowers, die als Reproduktion einer Fotografie von Hibiskusblüten aus dem Magazin Modern Photography im Siebdruckverfahren umgesetzt wurden. Reusses Poppies befragen die Fotografie im Reflex auf die Popart als chemisch-technisches Verfahren, das in performativen und relationalen Prozessen Bedeutung erzeugt und Übergänge zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit eröffnet.

Isabell Kamp
Isabell Kamp (*1980 in Bonn, lebt und arbeitet im Rhein-Sieg-Kreis) ist eine zeitgenössische Künstlerin, die seit 2012 vorwiegend figurative keramische Objekte entwickelt, oft ergänzt durch Materialien wie Holz, Metall, Seil oder Stoff.
In ihren Arbeiten verbindet Kamp menschliche Körperformen mit organischen und vegetativen Strukturen, ohne diese zu einfachen Metaphern zu reduzieren. Vielmehr thematisieren ihre Objekte die Fragilität und Mehrdeutigkeit menschlicher Existenz, indem sie vereinzelte Körperteile in ungewöhnliche Konfigurationen bringen. Sie öffnen damit einen Raum zwischen Realität und Imagination, in dem Traum und Fantasie eine zentrale Rolle spielen.
Die Skulpturen tendieren ins Unheimliche durch wuchernde oder massenhaft sich ausbreitende Formen, die sich der Kontrolle entziehen. Durch die detaillierte Darstellung einzelner Körperteile entsteht eine intensive Nähe und zugleich Distanz, die den Blick der Betrachter:innen fesselt. Sie erscheinen zugleich von dieser und von einer anderen Welt, eine Spannung, die an die surreale Verfremdung erinnert: Bekanntes wird verzerrt, Fragmente von Körpern oder organischen Strukturen verbinden sich auf unerwartete Weise, sodass eine mehrdeutige, fantastische Bildsprache entsteht.
Kamps Arbeiten eröffnen Bedeutungsräume, in denen Wachstum und Starre, Präsenz und Absenz, Ordnung und Chaos spürbar werden, und laden die Betrachterinnen und Betrachter ein, eigene Assoziationen zu entwickeln. Durch die Kombination aus figurativer Realität und surrealem, vegetabilem Wachstum entstehen Werke, die zwischen Traum und Wirklichkeit oszillieren, zwischen dem Vertrauten und dem Fremden, und die die Wahrnehmung hinterfragen. 2025 würdigte der LVR die Arbeit der Künstlerin mit dem Luise-Straus-Preis.

Kim-Camille Kreuz
Kim-Camille Kreuz (geb. 1999, DE) hat einen Bachelor in Design und Innovation und studiert derzeit Bildende Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Ed Atkins sowie an der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris bei Claude Closky und Dove Allouche. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Paris.
Ihre künstlerische Praxis beschäftigt sich mit Spuren, Abdrücken und der materiellen Präsenz von Dingen. Ausgehend von indexikalischem Denken arbeitet sie mit Fundstücken sowie seriellen, fragmentierten Arrangements und untersucht Fragen von körperlicher Präsenz in Reproduktion, Stellvertretung sowie Original und Kopie. Ihre Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld von An- und Abwesenheit, Form und Hülle.
Ausgangspunkt der Arbeit Perception-Selection (2023) sind kleinste pflanzliche wie tierische Fragmente, Staub und zufällige Partikel, die sich in einem großen Spinnennetz vor einer Grotte im elterlichen Garten in Südfrankreich verfangen haben. Für Kim-Camille Kreuz ist das Spinnennetz „eine Form nicht-hierarchischer Ordnung, die ohne Auswahl sammelt, und das, was sich in ihr verfängt, bildet ein fragiles Naturarchiv.“ Die Künstlerin entnimmt einzelne Überreste als Artefakte und konserviert sie zwischen Plexiglasscheiben in einer maßgefertigten Holzbox und dokumentiert sie mit einem Makrogerät in scheinbar wissenschaftlicher Systematisierung. In der Vergrößerung erscheinen die zufälligen Reste als eigenständige Körper oder auch fragile Landschaften in einem Prozess von Zerfall und Transformation, der sich der Klassifikation entziehen.

Joscha Bender
Der Bildhauer Joscha Bender (*1991) gehört zu einer jüngeren Generation zeitgenössischer Künstler, die sich intensiv mit figurativer Skulptur auseinandersetzen.
Seine Werke bewegen sich im Spannungsfeld zwischen klassischer Idealvorstellung und kritischer Hinterfragung eben dieser Ideale, etwa im Hinblick auf Körperbilder und gesellschaftliche Normen. Das farbig gefasste Relief Chasing Girls zeigt zwei Joggerinnen mit Hund im Lauf vor einer Landschaft mit Bäumen und Büschen.
Die Szene wirkt wie eine zu Stein gewordene Momentaufnahme hoher körperlicher Energie der beiden vorbeilaufenden jungen Frauen mit knappen Trikots und trendigen Sneakern. In Verbindung mit dem Titel entsteht eine zusätzliche Bedeutungsebene, die Fragen nach Blickrichtung, Wahrnehmung und möglicher Rollenverteilung aufwirft. Wer ist hier Jäger*in und wer Gejagte*r ist und könnte unser möglicherweise zu lang anhaftender Blick etwas Verwerfliches haben? Dabei wird auch reflektiert, inwiefern der betrachtende Blick selbst Teil der Darstellung und ihrer Wirkung ist.
Natur wird in Benders bildhauerischen Arbeit zu einem zurückzuerobernden Paradies, das zuweilen als Kulisse einer sportlichen Praxis der Selbstoptimierung dient. Natur erscheint in diesem Zusammenhang nicht nur als Hintergrund, sondern als gestalteter Raum, der zwischen Ideal und Aneignung oszilliert. Sie wird zur Projektionsfläche einer somatischen Praxis, in der Körper, Bewegung und Selbstoptimierung miteinander verschränkt sind. Klassische Ideale werden in seinen Skulpturen angedeutet, aber nie bestätigt, sondern verschoben und hinterfragt – etwa durch ungewöhnliche Haltungen, Maßstabsverschiebungen oder irritierende Kombinationen von Motiv und Wirkung. Auf diese Weise verbindet Bender kunsthistorische Tradition mit einer zeitgenössischen, offenen Bildsprache.

 Arpad Dobriban
Pflanzen als Vermittlerinnen zwischen Sonne und Erde, als Grundlage nahezu aller irdischen Lebensprozesse spielen im Werk von Arpad Dobriban eine essentielle Rolle. Nahrung ist in pflanzlicher Materie gespeicherte Sonnenenergie. Essen bedeutet, diese Energie aufzunehmen und umzuwandeln durch Verbrennungsprozesse. Am Anfang der Zivilisation steht das Feuer. Es hat im Kochen als kontrollierte Hitze unsere Evolution gelenkt und mit dem Brennen von Ton erste Infrastrukturen der Sesshaftigkeit gelegt. Das Zubereiten, Lagern und Teilen als kulturelle und gleichzeitig politische Praxis hin zu stabilen Formen des Zusammenlebens sind dem Feuer geschuldet. Mit seinem Geschmacksarchiv verwahrt Arpad Dobriban Nahrungsmittel, die durch eine traditionelle, lange und komplexe Bearbeitung haltbar gemacht und in einfache Formen gepresst oder gegossen worden sind. Ihre Wirkstoffe reaktiviert Arpad Dobriban in kollektiven Performances.

Rahmenprogramm:

Sonntag, 7. Juni 16 Uhr
KünstlerInnengespräch
Anna Jermolaewa und Yann Mingard mit Dr. Kerstin Stremmel

 Samstag/Sonntag 13./14. Juni 11 – 18 Uhr
Tag der Offenen Gartenpforte Rheinland
Burn & Bloom Kuratorinnenführung mit Dr. Birgit Kulmer an beiden Tagen 15 / 17 Uhr
Historische Gartenführung mit Prof. Dr. Rolf Sachsse an beiden Tagen 14 / 16 Uhr

Sonntag, 21. Juni, 18 Uhr
„Feuer Wasser Erde Luft “
Zur Sommersonnenwende eine kommentierte Speisefolge von Arpad Dobriban
Das Kochen beginnt mit der Zähmung der Elemente, wir sind über unsere Ernährung innig mit ihnen verbunden.
Mit Anmeldung, 75 Euro, 4 Gänge, inkl. Aperitif und Getränke

Samstag, 4. Juli 2026, ab 21 Uhr
Sommerkino im Garten der Burg Lede:
Ruderal Society
ein Film von Markus Heltschl über Lois Weinberger
Mit Anmeldung, Eintritt 8 Euro, Lede-Bar geöffnet ab 21 Uhr

 12. Juli 2016
Gallery Weekend der drei Bonner Galerien Andreae/ Gisela Clement und Parrotta Contemporary Art

Sonntag, 12. Juli  2026, 15 – 17.30 Uhr
Blumenworkshop: Flowers forever?
Trockenblumen-Kränze binden, die auf die zyklische Natur von Wachstum und Vergehen verweisen. Mit unbehandelten Trockenblumen von Mara Linnemann von Aufblühen! Slow Flower Bonn
Mit Anmeldung, 48 Euro

Samstag, 18. Juli 2026, ab 21 Uhr
Sommerkino im Garten der Burg Lede
Burn & Bloom, Kino-Nacht mit Daniel Kothenschulte
Filmkritiker (Monopol, Frankfurter Rundschau) und Stummfilmpianist Daniel Kothenschulte kuratiert und moderiert Filmcollagen seit der Zeit der Avantgarde bis heute.
Mit Anmeldung, Eintritt 8 Euro, Lede-Bar geöffnet ab 21 Uhr

24. Juli 2026, 9.30 – 13.30 Uhr
Kulturrucksack: Ferienprogramm Kinder 12-14 Jahre
Burn and Bloom, Kreativ mit Pflanzen und Keramik im Garten der Burg Lede Pflanzen zeichnen, malen, Duft extrahieren, fotografieren und eine individuelle Vase aus Keramik für Euer Blumenbouquet gestalten und anschließend brennen.
Mit Anmeldung, gefördert durch Kulturrucksack NRW, kostenfrei

9. August 2026, 16 Uhr
Walk & Talk mit der Künstlerin Isabell Kamp – mit anschließendem Praxisteil in der Scheune
Im Mittelpunkt stehen die hybriden Skulpturen von Kamp, in denen sich Finger zu wurzelartigen Formen auswachsen. Inspiriert davon entsteht aus Modelliermasse ein eigenes plastisches Objekt im Spannungsfeld zwischen pflanzlicher Struktur und menschlichem Körperfragment.
Mit Anmeldung, Eintritt 5 Euro, Lede-Bar geöffnet ab 15 Uhr

Donnerstag, 13. August, 18 Uhr
Walk & Talk mit der Kuratorin Birgit Kulmer
Lede-Bar geöffnet ab 15 Uhr
Mit Anmeldung