Sculpture Garden

Die Parkanlage der Burg Lede von Walter von Engelhardt (1864-1940)

1907 wurde der Düsseldorfer Gartendirektor von Engelhardt beauftragt, Entwurfsarbeiten für die Parkanlage bei der Burg Lede zu übernehmen. Der Charakter der Anlage trägt noch heute Züge seiner Handschrift. „Die Verbindung geometrischer Elemente in Gebäudenähe und deren Anbindung an eine landschaftliche Parkgestaltung, wie sie östlich des Wohngebäudes zur Anwendung kam, gehört zu den Prinzipien seiner frühesten Schöpfungen und sollte besonders deutlich im Park des Solbades Raffelberg (1908) oder bei der Erweiterung des Volksgartens in Düsseldorf (1908) zum Tragen kommen, wo er in gleicher Weise Regelhaftigkeit mit malerischer Parkgestaltung verband“.[1]

Die Um- und Neugestaltung des Parks von Burg Lede ist einer der ersten Privataufträge des 1906 neu eingesetzten Gartendirektors der Stadt Düsseldorf im Rheinland. Der neu zu gestaltende Park musste eine historische Bausituation ebenso berücksichtigen wie die zeitgemäßen Ansprüche des Bauherrn und seines Architekten Wilhelm Franz. Zudem wurde der Park zu einem Zeitpunkt realisiert, als in Deutschland die Diskussion um den Reformgarten einen Höhepunkt erreichte. 1908 wurde von Engelhardt neben Fritz Encke als einer der ersten Gartenarchitekten in den Deutschen Werkbund berufen und initiierte an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf die künstlerische Ausbildung der Gartenarchitekten. Walter von Engelhardt konnte die Einrichtung der ersten Klasse für Gartenkunst an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf erwirken und konzipierte als deren erster Professor für Gartenkunst den Lehrplan. „Es muß deshalb der künstlerisch erzogene sogenannte Gartenarchitekt geschaffen werden, dessen Spezialität die Landschaftsgärtnerei ist.”[2]

Mit seinem programmatischen Buch „Kultur und Natur in der Gartenkunst“ (1910), in welchem er um einen harmonischen Ausgleich der Opposition aus Kultur- und Naturformen ringt, leistete von Engelhardt einen wichtigen Beitrag zur Theoriebildung des Faches. Christof Baier beschreibt Walter von Engelhardt als „bedeutenden Gartenarchitekten des 20. Jahrhunderts mit Garten und Park von Burg Lede ein bedeutendes Kunstwerk“, das es zu pflegen und im Geiste seines Schöpfers weiterzuentwickeln gilt.[3]

[1] Felix Grützner: Gartenkunst zwischen Tradition und Fortschritt, Walter Baron von Engelhardt (1864-1940), Bonn 1998.
[2] Lehrplanentwurf von 1909, Die Gartenkunstklasse an der Kunstgewerbeschule, Sachakte der Stadtverwaltung Düsseldorf 1876-1933, Stadtarchiv Düsseldorf.
[3] Christoph Baier: "Kulturformen und Naturformen". Zur Stellung der Gartenanlage von Burg Lede im Werk von Walter von Engelhardt, in:  Burg Lede. Zwischen Historismus und Moderne, Kleine Beiträge zu Denkmal und Geschichte im rechtsrheinischen Bonn, Nr. 6, Hg. Denkmal- und Geschichtsverein Bonn Rechtsrheinisch e.V., Bonn 2020,  S. 27-46, S. 46.

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